EU-Design: Welche Amtsgebühren fallen beim EUIPO an?

Wer ein EU-Design beim Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) anmeldet, sollte neben der Anmeldegebühr auch die späteren Verlängerungsgebühren im Blick haben. Der Schutz gilt zunächst für fünf Jahre und kann anschließend schrittweise bis auf maximal 25 Jahre verlängert werden – und das einheitlich in allen 27 EU-Mitgliedstaaten. Seit der EU-Design-Reform vom 1. Mai 2025 gelten dabei neue Gebühren.

Anmeldegebühr beim EU-Design

Die amtliche Anmeldegebühr beträgt 350 Euro für ein Design. Sie deckt seit der Reform sowohl Eintragung als auch Bekanntmachung ab; die früher getrennten Gebühren wurden zu einem Betrag zusammengefasst. Ab dem zweiten Design in einer Sammelanmeldung kommen jeweils 125 Euro hinzu. Wird die Bekanntmachung aufgeschoben, fallen zusätzlich 40 Euro für das erste und 20 Euro für jedes weitere Design an.

Verlängerungsgebühren bis zur maximalen Laufzeit

Für die weitere Aufrechterhaltung fallen beim EUIPO – je Design – folgende Gebühren an:

  • 150 Euro für die 1. Verlängerung (6. bis 10. Schutzjahr)
  • 250 Euro für die 2. Verlängerung (11. bis 15. Schutzjahr)
  • 400 Euro für die 3. Verlängerung (16. bis 20. Schutzjahr)
  • 700 Euro für die 4. Verlängerung (21. bis 25. Schutzjahr)

Wer das Design über die volle Laufzeit von 25 Jahren aufrechterhält, kommt damit auf insgesamt 1.850 Euro Amtsgebühren. Vor der Reform waren es 890 Euro – die gestiegenen Verlängerungsgebühren sind also der eigentliche Kostentreiber.

Besonderheit: Sammelanmeldung

Mehrere Designs können in einer Sammelanmeldung zusammen eingereicht werden. Seit der Reform gilt dabei eine einheitliche Pauschale von 125 Euro je weiterem Design. Die späteren Verlängerungsgebühren fallen jedoch – wie beim einzelnen Design – für jedes eingetragene Design erneut an.

Vergleich mit dem deutschen Design

Ein deutsches Design beim DPMA ist über die volle Laufzeit deutlich günstiger: Dort summieren sich die Amtsgebühren auf insgesamt 600 Euro (60 Euro Anmeldung zuzüglich 90, 120, 150 und 180 Euro je Verlängerung). Das EU-Design kostet mit 1.850 Euro also rund das Dreifache – schützt dafür aber nicht nur in Deutschland, sondern einheitlich in allen 27 EU-Mitgliedstaaten. Auf das einzelne Land gerechnet ist der EU-Schutz damit klar im Vorteil. Wer Designschutz dagegen nur für den deutschen Markt benötigt, fährt mit dem nationalen Design günstiger.

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