Wenn im Sommer 2026 der Anstoß zur Fußball-Weltmeisterschaft erfolgt, schaut die ganze Welt auf das Spielfeld. Ein Blick hinter die Kulissen lohnt sich aber genauso: Kaum ein Ereignis bündelt so viele gewerbliche Schutzrechte auf so engem Raum wie ein WM-Turnier. Schon der Ball, der über den Rasen rollt, ist ein kleines Lehrstück in Sachen geistiges Eigentum.
Ausgewählte Schutzrechte machen sichtbar, wie Patente, Designs und Marken im modernen Fußball zusammenspielen.
Patente: Der Ball, der mitdenkt
Der offizielle Spielball der WM 2026, der „Trionda“, trägt in seinem Zentrum ein nur wenige Gramm schweres Sensor-Modul, das Bewegungsdaten mit hoher Frequenz an das Video-Schiedsrichter-System (VAR) sendet. Zusammen mit dem Kamera-Tracking der Spieler bildet das die Grundlage für die halbautomatische Abseitserkennung. Diese „Connected Ball Technology“ ist keine Spielerei: Schon bei der WM 2022 war sie offiziell im Einsatz, und auch 2026 entscheidet sie auf dem Platz mit.
Damit das empfindliche Sensor-Modul das Spielverhalten des Balls nicht beeinflusst, muss es exakt im Zentrum gehalten werden. Genau solche technischen Lösungen lassen sich durch ein Patent schützen. Eine Patentanmeldung von adidas beschreibt genau dieses Prinzip – ein Sensor-Modul, das über ein Geflecht aus Aufhängungselementen frei schwebend im hohlen Ball gehalten wird. Die Originalfigur aus der Anmeldung sieht so aus:

Ein lehrreicher Nebenaspekt: Patentschutz ist immer zeitlich begrenzt – in der Regel 20 Jahre ab dem Anmeldetag. Die ersten Patente zur Torlinientechnik etwa stammen aus den frühen 2000er-Jahren und sind heute längst abgelaufen; dieses Grundprinzip darf inzwischen jeder nutzen.
Designs: Form ist kein Zufall
Während das Patent die Technik schützt, schützt das eingetragene Design (früher „Geschmacksmuster“) das Aussehen – Form, Konturen, Muster und Farben. Auch davon steckt in der WM jede Menge. Das unverwechselbare Vier-Paneel-Design des Spielballs ist als EU-Design eingetragen.

Auch die Ausrüstung ist geschützt. Der Schnitt und die Formgebung eines Fußballschuhs lassen sich ebenso als Design eintragen:

Und selbst die Sympathieträger der WM sind Designsache: Die drei Maskottchen Maple (Kanada), Zayu (Mexiko) und Clutch (USA) sind jeweils als eigenes Geschmacksmuster eingetragen.



Maple – EU Design: 015117919-0001 | ZAYU – EU Design: 015117881-0001 | CLUTCH – EU Design: 015117940-0001
Marken: Namen und Zeichen, die jeder kennt
Bleibt die Marke. Sie schützt nicht die Technik und nicht die Form, sondern das Kennzeichen – den Namen oder das Logo, an dem das Publikum die Herkunft erkennt. Schon der Ballname „TRIONDA“ ist als Unionswortmarke 019006277 (adidas, Klasse 28) eingetragen; geschützt ist der Name selbst, unabhängig von der Schreibweise. Daneben sind die zentralen Veranstaltungszeichen als Bildmarken geschützt – das WM-Emblem ebenso wie der Dachname des Turniers:


Gerade rund um Großereignisse ist der Markenschutz von enormer wirtschaftlicher Bedeutung. Sponsoring, Merchandising und Lizenzierung beruhen vollständig darauf, dass die zentralen Kennzeichen rechtlich abgesichert und gegen Trittbrettfahrer durchsetzbar sind. Wer ohne Lizenz mit „WM“-Bezug wirbt, bekommt das schnell zu spüren – der Markenschutz ist das Fundament, auf dem die gesamte Vermarktung eines Turniers ruht.
Und Ihr Produkt?
Patente, Designs und Marken greifen beim WM-Ball nahtlos ineinander und schaffen gemeinsam einen Wert, der weit über das einzelne Produkt hinausgeht. Das Bemerkenswerte daran: Dieses Zusammenspiel ist keineswegs WM-Größe vorbehalten. In nahezu jedem durchdachten Produkt steckt mehr geistiges Eigentum, als man auf den ersten Blick vermutet – von der Technik über die Form bis zum Namen.
Wir helfen Ihnen, die Innovationen in Ihrem Unternehmen genauso konsequent zu schützen, wie es die Großen vormachen. Sprechen Sie uns an – wir finden gemeinsam die passende Schutzstrategie für Ihr Produkt.